Stadtansicht

Alte Polizei-Urkunde

Ulm. 1811

Seit 1810 gehörte die ehemalige Reichsstadt Ulm zum Königreich Württemberg. Eine Stadt mit knapp 12.000 Einwohnern und einer immer noch korporativen Struktur. Die Gewerbetreibenden gehörten einer der 17 Zünfte an. Um 1811 zählte die chronisch überbesetzte Schneiderzunft 76 Meister und 81 Gesellen, wobei nur wenige „eine ordentliche Nahrung“ hatten. Ein Zunftgenosse ganz besonderen Zuschnitts war der Schneidermeister Albrecht Ludwig Berblinger.

Der junge Berblinger

Albrecht Ludwig Berblinger wurde am 24. Juni 1770 als Sohn des Zeugamtsknechts Albrecht Ludwig Berblinger und seiner Ehefrau Anna Dorothea, geb. Fink, geboren. Er wuchs in dem weitläufigen Komplex des Zeughauses auf, wo sich dem aufgeweckten Jungen in Form von Waffensammlungen, kunstvollen Geräten und Modellen ein vielfältiges und interessantes Anschauungsmaterial bot. Nach dem Tod des Vaters 1783 kam er ins Waisenhaus und musste schließlich, gegen seinen Willen, eine Schneiderlehre beginnen. Die absolvierte er allerdings ebenso glänzend wie die anschließende Gesellenzeit. Nach der Meisterprüfung 1791 und der Heirat mit Anna Scheiffelin gründete er einen eigenen Hausstand. Beruflich war er äußerst erfolgreich, beschäftigte bald bis zu vier Gesellen und erwarb beträchtlichen Haus- und Grundbesitz.

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