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Successful Failure

Zwischen Berblinger und Battle Royal

Kunst im Museum

© Museum Ulm - Oleg Kuchar

Berblingers Flugversuch liegt in der Vergangenheit, genauso wie diese Ausstellung.

Erfolgreich Scheitern? In der Gaming-Welt treibt der Battle Royal-Modus den Wettbewerb um Erfolg auf die Spitze, indem er das Scheitern als ein wirklich endgültiges Verlieren beschreibt. Auch Berblinger ist gescheitert. Und doch wurde er mit der Zeit zur Leuchtgestalt der Ulmer Stadtgeschichte. Diese beiden Pole sind die Reibungsflächen der künstlerischen Arbeiten.

Schülerinnen und Schüler diskutierten im Rahmen des digitalen Medienkunstcamps in den Faschingsferien 2021 über Erfolg und stellten diesen in den Kontext des eigenen Lebens. Sie gestalteten anschließend künstlerische Werke und setzen dabei Techniken der neuen Medien ein, wie etwa Videos, Animationen, Projektionen, 3D Modelling, Augmented Reality oder Videomapping. Die entstandenen Werke der Teilnehmenden wurden von Mai bis Ende Juni im Museum Ulm ausgestellt.

Veranstalter: e.tage medien.bildung
Ausstellungszeitraum: Die Ausstellung war von Mai bis Ende Juni 2021 im Museum Ulm zu sehen.

Das Medienkunstcamp „erfolgreich Scheitern“ beschäftigt sich inhaltlich mit dem Begriff Erfolg. Das Streben nach Erfolg ist omnipräsent. Wer wünscht sich das nicht, ein „erfolgreiches“ Leben? Aber was genau verstehen wir unter Erfolg? Persönlichen Erfolg, wirtschaftlichen Erfolg, gesellschaftlichen Erfolg, sozialen Erfolg? Welchen Einfluss hat das Streben nach „Erfolg“ auf unser Handeln? Gibt es „Erfolgsdruck“? Wenn der Erfolg nicht ins System passt - ist das dann trotzdem ein Erfolg oder Versagen? Ist unbedingter Erfolg das Maß aller Dinge und birgt nicht gerade das Scheitern den Keim für Innovation und Veränderung?

Im Untertitel: „zwischen Berblinger und Battle Royal“ taucht das Begriffspaar auf, das für zwei Erfolgsmodelle steht, die gegensätzlicher nicht sein könnten. Das System Battle Royal treibt den Wettbewerb um Erfolg auf die Spitze, indem es das Scheitern in diesem Wettkampf als ein wirklich endgültiges Verlieren (der Existenz) beschreibt. Auch Berblinger, der vor den Augen aller ins Wasser gefallen, verlacht, verhöhnt und schließlich einsam gestorben ist, ist gescheitert. Und doch ist er über die Zeiten hinweg eine Leuchtgestalt der Ulmer Stadtgeschichte. Diese beiden Pole sind Aufhängepunkte und Reibungsfläche der künstlerischen Arbeit. Sie bieten den gedanklichen Hintergrund, wenn die Teilnehmenden mit den Dozenten über Erfolg diskutieren und in den Kontext des eigenen Erlebens stellen. Ziel ist es, dass die Teilnehmenden alleine oder in Gruppen eigene künstlerische Werke gestalten, die sich aus dieser Auseinandersetzung heraus ergeben.

Das Besondere bei diesem Kunstcamp ist, dass die Schülerinnen und Schüler ihre Ideen im Bereich der neuen Medien umsetzen werden. Video, Projektionen, 3D Modelling, Augmented Reality, Videomapping sind neue künstlerische Ausdrucksformen, die die Teilnehmenden kennenlernen werden und je nach Bedarf nutzen können. Begleitet werden sie von vier Medienkünstlern, die jeweils unterschiedliche Schwerpunkte haben und ihre spezifischen Techniken und Herangehensweisen in das Camp einbringen.