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successful failure - erfolgreich Scheitern

Ein Medienkunstcamp zwischen Berblinger und Battle Royal - e.tage

Kunst im Museum

Die e.tage medien.bildung lädt im Rahmen des Berblinger Jubiläums zu einem Medienkunstcamp für Schülerinnen und Schüler ein. Die künstlerischen Ergebnisse werden von Mai bis Juli 2020 im Ulmer Museum präsentiert.

Das Projekt wird während der gesamten Projektzeit unter der Webadresse www.medienkunstcamp.de im Web beworben und dokumentiert und bietet über Fotos, Texte und Sounds Einblicke in den Arbeitsprozess.

Das Medienkunstcamp „erfolgreich Scheitern“ beschäftigt sich inhaltlich mit dem Begriff Erfolg. Das Streben nach Erfolg ist omnipräsent. Wer wünscht sich das nicht, ein „erfolgreiches“ Leben? Aber was genau verstehen wir unter Erfolg? Persönlichen Erfolg, wirtschaftlichen Erfolg, gesellschaftlichen Erfolg, sozialen Erfolg? Welchen Einfluss hat das Streben nach „Erfolg“ auf unser Handeln? Gibt es „Erfolgsdruck“? Wenn der Erfolg nicht ins System passt - ist das dann trotzdem ein Erfolg oder Versagen? Ist unbedingter Erfolg das Maß aller Dinge und birgt nicht gerade das Scheitern den Keim für Innovation und Veränderung?

Im Untertitel: „zwischen Berblinger und Battle Royal“ taucht das Begriffspaar auf, das für zwei Erfolgsmodelle steht, die gegensätzlicher nicht sein könnten. Das System Battle Royal treibt den Wettbewerb um Erfolg auf die Spitze, indem es das Scheitern in diesem Wettkampf als ein wirklich endgültiges Verlieren (der Existenz) beschreibt. Auch Berblinger, der vor den Augen aller ins Wasser gefallen, verlacht, verhöhnt und schließlich einsam gestorben ist, ist gescheitert. Und doch ist er über die Zeiten hinweg eine Leuchtgestalt der Ulmer Stadtgeschichte. Diese beiden Pole sind Aufhängepunkte und Reibungsfläche der künstlerischen Arbeit. Sie bieten den gedanklichen Hintergrund, wenn die Teilnehmenden mit den Dozenten über Erfolg diskutieren und in den Kontext des eigenen Erlebens stellen. Ziel ist es, dass die Teilnehmenden alleine oder in Gruppen eigene künstlerische Werke gestalten, die sich aus dieser Auseinandersetzung heraus ergeben.

Das Besondere bei diesem Kunstcamp ist, dass die Schülerinnen und Schüler ihre Ideen im Bereich der neuen Medien umsetzen werden. Video, Projektionen, 3D Modelling, Augmented Reality, Videomapping sind neue künstlerische Ausdrucksformen, die die Teilnehmenden kennenlernen werden und je nach Bedarf nutzen können. Begleitet werden sie von vier Medienkünstlern, die jeweils unterschiedliche Schwerpunkte haben und ihre spezifischen Techniken und Herangehensweisen in das Camp einbringen.

30 ausgewählte Schülerinnen und Schüler werden sich eine Woche lang int ensiv mit diesem Spannungsfeld beschäftigen und eigene künstlerische Arbeiten entwickeln. Das Medienkunstcamp richtet sich an Schülerinnen und Schüler unterschiedlichster Ulmer Schulen aus den Klassen 7 bis 11.  Interessenten müssen sich für eine Teilnahme am Medienkunstcamp bewerben. Das ist ab Anfang 2020 über die Webseite www.medienkunstcamp.de möglich. Hier finden sich auch die weiteren Teilnahmebedingungen sowie ausführliche Infos zum Medienkunstcamp.

Vor dem eigentlichen Camp wird für alle Beteiligten ein Vorabtreffen stattfinden, bei dem das Thema vorgestellt und diskutiert wird. Die Teilnehmenden lernen hier bereits die betreuenden Künstler kennen. Um die Teilnehmenden mit aktueller Medienkunst zu konfrontieren, ist wesentlicher Teil dieses Kennenlerntags ein gemeinsamer Ausflug nach Karlsruhe ins ZKM (Zentrum für Kunst und Medientechnologie).

Das Camp selber wird vom 20. bis 24. April 2020 stattfinden. Zum Auftakt besuchen die Teilnehmenden das Museum Ulm, um einen Eindruck von der Raumsituation zu erhalten und anschließend in der e.tage an ihren Ideen zu arbeiten. Dies geschieht in Arbeitsgruppen aus KünsterInnen und Teilnehmenden. Zum Abschluss eines jeden Tages werden die erarbeiteten Ergebnisse der Gruppe vorgestellt und mit ihr diskutiert. Beim gemeinsamen Mittagessen ist zudem Raum für Gespräche über die Arbeitsgruppen hinweg. In den letzten Tagen wird es dann zunehmend um eine angemessene Präsentationsform im Museum gehen. Ende April werden mit einzelnen interessierten Teilnehmenden im Museum kuratorische Fragen besprochen. Auch beim Auf- und Abbau im Museum werden besonders engagierte Schülerinnen und Schüler beteiligt.

Geplant ist, die Ausstellung am 15. Mai im Museum Ulm zu eröffnen.