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Berblinger Spirit Talks

Spirit Talk

© Anton Gvozdikov

Zukunftsperspektiven beim Innovationsjubiläum Berblinger 20/21

 

Die Programmreihe Berblinger Spirit Talks bietet inspirierende Vorträge, Diskussionen und futuristische Musikperformances.

 

Albrecht Ludwig Berblinger teilt das Schicksal mit vielen Erfindern, Visionären und Künstlern. Seine zukunftsweisenden Erfindungen wurden vernachlässigt, verlacht, ignoriert. 2020 - Berblingers 250. Geburtstag - ist der richtige Zeitpunkt, um über Innovation, Vision und Mut nachzudenken. Die Berblinger Spirit Talks bringen inspirierende Persönlichkeiten auf die Bühne, darunter Visionäre, Zukunfts- und Technikwissenschaftler, Philosophen  und andere Zukunftsgestalter. Die Fragestellungen sind unterschiedliche bei den noch sieben anstehenden Talks, die von Ende September bis Mitte Oktober stattfinden. Doch teilen sie alle das Visionäre, Inspirierende und das - mit teilweise kritischen Einschlag - Zukunftsweisende. Was lernen wir aus gescheiterten Innovationen? Wie weit wollen wir das Zusammenwachsen von Mensch und Maschine treiben - Stichwort Bodyhacking und Human Enhancement? Was können wir aus Science-Fiction über die Stadt von morgen lernen? Welche technischen Errungenschaften wurden Realität, die vorher in SciFi-Serien imaginiert wurden? Können mechanische Konstrukte erfinderisch und kreativ tätig werden? Diese und weitere Fragestellungen gibt es im Stadthaus Ulm, im Museum Ulm oder, da dort die Sitzmöglichkeiten Coronoa bedingt nur beschränkt sind, im Live-Stream (Berblinger.ulm.de) zu erleben. Die Berblinger Spirit Talks bringen Impulse, Anregungen und Antworten: Multiperspektivisch, horizonterweiternd, inspirierend, immer seriös, auch unterhaltsam. Der Eintritt ist frei. An zwei Abenden finden im Anschluss Konzerte und futuristische Musikperformances statt.

 

Termine und Themen

 

1. Oktober 2020: „Gescheiterte Innovationen: Was lernen wir daraus?“

um 18.30 Uhr, Stadthaus Ulm

In zehn Minuten mit dem Transrapid vom Münchner Hauptbahnhof zum Flughafen. Eine an sich tolle Idee, die allerdings nie umgesetzt wurde. Das ist kein Einzelfall, denn die wenigsten Innovationsversuche gelingen. Der Technikhistoriker Prof. Dr. Reinhold Bauer (Universität Stuttgart) zeigt aus historischer Perspektive, dass innovatorisches Scheitern – nicht Erfolg – der Regelfall ist. Im Vortrag wird es darum gehen, anhand einiger Fallbeispiele für gescheiterte Innovationen Einblicke in die „Anatomie des Scheiterns“ zu vermitteln und darüber hinaus deutlich zu machen, was die „Fehlschlagforschung“ zum Verständnis technologischen Wandels beizutragen vermag.

 

1. Oktober 2020: „Innovation als Schlüsselthema der Menschheit“

um 19.30 Uhr, Stadthaus Ulm

Zukunftsforscher Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. F. J. Radermacher spricht in seinem Vortrag über die zentrale Rolle von Innovationen, insbesondere von technischen Innovationen als Schlüssel für die Veränderung der Lebenssituation von Menschen und der Menschheit insgesamt – von der Frühzeit bis zum heutigen Tag. Diskutiert werden ferner technische und gesellschaftliche Innovationen in ihrer Wechselwirkung zueinander.

 

2. Oktober 2020: „Prothesen, Bodyhacking und Enhancement: Zusammenwachsen von Mensch und Technik“, um 18.30 Uhr, Museum Ulm

Wir verändern unsere Körper. Etwa wenn wir verloren gegangene Funktionen durch Prothesen ersetzen. Bei einem der Gäste des Talk- und Performanceabends ist das zum Beispiel eine künstliche Hand. Wir können uns durch technische Ergänzungen aber auch ganz neue, ungeahnte Sinneseindrücke verschaffen, Datenspeicher als Implantat im Körper herumtragen oder die Prothese über die eigentlichen Bestimmung hinaus manipulieren. Über die Möglichkeiten des Human Enhancements und die gesellschaftlichen Folgen sprechen und diskutieren Prof. Dr. Bertolt Meyer, Psychologieprofessor in Chemnitz und Hacker seiner eigenen Handprothese und der transhumanistische Philosoph Prof. Dr. Stefan Sorgner aus Rom.

 

Im zweiten Teil des Abends (ab 21.00 Uhr) stellen Bertold Meyer und die Künstler Daniel Theiler und Konstantin Richter das SynLymb-Projekt vor. Bertolt Meyer erzeugt dabei Musik durch seine Gedanken. Er fand einen Weg, seine Armprothese mit dem Synthesizer zu verbinden. Jetzt steuert er Klänge, Rhythmen und Effekte mit Impulsen seiner Muskeln. Nach der Vorstellung des Projekts performt das Trio als Techno-Live Act unter dem Namen „Cybernetic Systems“. Bei diesem Live-Auftritt verschmelzen mit viel Humor Maschine, Mensch und Prothese zu einem audiovisuellen Gesamterlebnis.

 

13. Oktober 2020: „Star Trek: Wie aus technischen Visionen Realität wurde“, um 18.30 Uhr, Stadthaus Ulm

Als Captain Kirk Ende der 1960er-Jahre seinen Kommunikator aufklappte, hätte wohl niemand gedacht, dass dieses Gerät 30 Jahre später die Entwickler von Handys inspirieren würde. Auch der Touchscreen ist längst in unseren Alltag eingezogen. Doch: Werden wir in Zukunft unsere Freizeit in einem Holodeck verbringen und dank des Universalübersetzers keine Sprachen mehr lernen? Dr. Hubert Zitt vergleicht seriös und humorvoll die Visionen von Science-Fiction Autoren mit dem heutigen Stand von Wissenschaft und Technik.

 

13. Oktober 2020: „Futures Thinking: Was wir aus Science-Fiction für die Stadt von morgen lernen können“, um 19.45 Uhr, Stadthaus Ulm

In Science Fiction erleben wir die Zukunft, in der visionäre Vorstellungen des urbanen Zusammenlebens entwickelt werden. Gleichzeitig ist sie Spiegel der Hoffnungen und Ängste der Gegenwartsgesellschaften. Die Berliner Kultur- und Medienwissenschaftlerin Dr. Anke Steinborn zeigt, was wir aus dem Science-Fiction-Genre für die Gestaltung unserer Zukunft lernen können und bringt uns das sogenannte „Futures Thinking“ näher. Bei dieser Methode tragen Zukunftsvisionen dazu bei, heute anstehende Entscheidungen bewusst und nachhaltig zu gestalten. Wir können erlernen mit allgegenwärtigen Unsicherheiten umzugehen und haben die Chance, uns als visions-, handlungsundzukunftsfähige (Stadt-)Gesellschaft zu profilieren.

 

15. Oktober 2020: „Innovation und Kunst aus dem Automaten: Können Maschinen erfinderisch und kreativ sein?“, um 18.30 Uhr, Stadthaus Ulm

Längst entwickeln künstliche Erfinder kreative Lösungen für Schaltungsprobleme, eigene Patente und beweisen mathematische Hypothesen. Nicht selten gehen sie dabei radikaler und effizienter als ihr menschliches Vorbild vor. Aber macht sie das schon originell? Auch im Kunst- und Kulturbereich kreieren KI basierte Systeme Bilder, komponieren Melodien oder verfassen Texte. Aber macht das die Maschinen zu Künstlern? Die Gäste dieses Abends tragen aus unterschiedlichen Perspektiven zum Verständnis dieser Fragen bei. Mit dabei sind Mads Pankow (Journalist, Philosoph und Politikberater) sowie Sabine Wieluch alias bleeptrack (Informatikerin und Künstlerin)

 

ab 20 Uhr: Musikperformance mit sonicrobots (Techno-Musik mit Robotern)

Bass, Techno und Roboter! Moritz Simon Geist ist ein Medienkunstler, Ingenieur und Roboter-Musiker. Jeder Klang in seinen atemberaubenden Auftritten wird von Robotern gespielt. Kleine Motoren schlagen auf Metall, 3D-gedruckte Robokalimben

vibrieren, gerettete Teile von alten Festplatten klicken und schneiden. Bereits seit vielen Jahren widmet sich Moritz Simon Geist dem Entwickeln, Bauen und Optimieren seiner Techno-Roboter. Mit seinen Shows ist er international unterwegs und

begeistert sein Publikum in Clubs, auf Kunst- und Musikfestivals aber auch in Spielstatten der Hochkultur, so wie zuletzt in der Philharmonie von Paris. Zum ersten Mal tritt Moritz Simon Geist nun in Ulm auf.

 

 

 

Weitere Informationen sowie das gesamte Programmheft finden Sie unter www.berblinger.ulm.de

 Alle Themen und Rednerinnen und Redner sind im Programmheft und unter Spirit Talks zu finden.

 

Eintritt frei!
Veranstalter: Stadt Ulm Kulturabteilung; am 2. Oktober in Kooperation mit dem Museum Ulm
Veranstaltungsorte: Stadthaus Ulm am 27. Juni, 1., 13. und 15. Oktober 2020
Museum Ulm am 25. September, 2. und 16. Oktober 2020
Alle Veranstaltungen werden auch als Live-Stream angeboten.
Infos unter www.berblinger.ulm.de
ÖPNV: Haltestelle „Rathaus Ulm“, Buslinien 4,5,6,46,58,59,70,71,73,77,78,79,84,84x,88,88x,597,763,737,850,870